Mit der Natur im Dialog

Im Boden

Die wichtigste Grundlage allen Lebens ist der Boden. Ohne gesunde, fruchtbare Böden gäbe es kein Leben auf der Erde. So ist es essentiell diese Grundlagen gesund und lebendig zu halten.

Aus diesem Grund stehen unsere Reben nicht auf nacktem Boden, sondern in einer artenreichen Begrünung, die im Sommer auch mal blüht wie eine Blumenwiese. Unter der Begrünung, im Boden tummelt sich aktives, fein und tief durchwurzeltes Bodenleben. Vom dicken fetten Regenwurm bis zur kleinsten Mikrobe leben und arbeiten sie für einen gesunden Boden, gesunde Reben und einen guten, bekömmlichen Wein.

Bodenpflege heißt bei uns konsequenter Verzicht auf Herbizide und wasserlösliche synthetischen Stickstoffdünger. Stattdessen wird das Leben im Boden mit Abfällen aus der Traubenverarbeitung, eigenem Kompost oder zugekauftem organischem Biodünger aus pflanzlicher Herkunft gefüttert. Erst die Stoffwechselprodukte der Bodenlebewesen sind wasserlöslich und dadurch für die Kulturpflanzen aufnehmbar.

Lagen

Der wichtigste Bestandteil der Rebernährung bedeutet für das Weingut Isegrim das Management der Weinbergsbegrünung mit Leguminosen (div. Kleearten) und Wildkräutern. Leguminosen und Ihre kleinen Helfer die Knöllchenbakterien sind in der Lage gemeinsam den Stickstoff aus der Umgebungsluft zu binden und in den Boden abzugeben. Das ist unsere Lieblingsart des Düngens. Doch für das komplexe Thema Bodenaufbau reicht das nicht aus. Das Bodenleben fragt nach Holzigem, deshalb lassen wir unsere Begrünung so lange wie möglich stehen und mulchen oder walzen sie erst sehr spät. Das ist nicht nur gut für die Gründünung und somit die Rebernährung, sondern auch für das unterirdische Ökosystem. Je gesünder und belebter das ist, desto wohler fühlt sich auch die Mykorrhiza – so nennt man die Symbiose zwischen Pilzen und vielen Pflanzenwurzeln. Das Zauberhafte hierbei ist, dass der Pilz und die Pflanze miteinander kommunizieren und sich gegenseitig versorgen. Durch das riesige Geflecht ist der einfache aber geniale Vorteil für die Rebe dass ihre Wurzelreichweite gigantisch vergrößert wird.

Je nach Lage des Weinbergs stehen die Reben auf unterschiedlichen Bodenarten. So findet man am Osterberg und am Bettelhaus eher sandige Bodenoberflächen. Diese erwärmen sich schneller bei Sonneneinstrahlung, können aber nicht sehr gut Wasser speichern und zählen so meist zu den Trockenstandorten. Der Herrenberg dagegen besteht aus schwerem Boden. Dort findet man lehmige Erde mit Kalkeinlagerungen. Diese Böden bleiben länger feucht und bieten den Reben mehr Wasser und mineralische Nährstoffe.

Der Weilberg ist ein nach Süden geneigter Hang aus Sandsteinverwitterungsauflagen. Hier muss die Rebwurzel tiefer wachsen um an Wasser zu kommen. Der Spielberg ist ein sehr kalkhaltiger Hügel aus Muschelkalk, entstanden in erdgeschichtlichen Urzeiten als der Weinbau noch keine Rolle spielte.

Diese Vielfalt an unterschiedlichen Böden beeinflussen unser Produkt Wein sehr und machen es so abwechslungsreich und spannend.