Biologischer Weinbau

Kontrollierter biologischer Traubenanbau und Verarbeitung nach Richtlinien des Bioland Verbandes aus Überzeugung und Verantwortung für das Leben.

Der Isegrim Hof ist seit 1984 ein Bioland Betrieb. Der Vater Adolf Wolf plante die Umstellung. Damals während der Jahrgänge 1980/81 war es noch schwer Anerkennung oder Beratung für solche Maßnahmen zu finden. Die Leidenschaft für die Natur und mit ihr zusammenzuarbeiten hätte wohl trotzdem Berge versetzen können.

Die wichtigste Grundlage für den ökologischen Weinbau ist ein gesunder, belebter Boden. Sehr schnell und äußerst beeindruckend spürt man die Lust der Natur nach intensivem Leben, wenn man ihr erlaubt ihre uralten Kreisläufe auszuführen.
Aus diesem Grund stehen unsere Reben nicht auf nacktem Boden, sondern in einer artenreichen Begrünung, die im Sommer auch mal blüht wie eine Blumenwiese. Unter der Begrünung, im Boden tummelt sich aktives Bodenleben. Vom dicken fetten Regenwurm bis zur kleinsten Mikrobe arbeiten und leben sie für einen gesunden Boden, gesunde Reben und einen guten, bekömmlichen Wein.

Bodenpflege heißt bei uns aber auch konsequenter Verzicht auf Herbizide und wasserlösliche Stickstoffdünger. Stattdessen wird das Leben im Boden mit Abfällen aus der Traubenverarbeitung oder zugekauftem organischem Biodünger aus pflanzlicher Herkunft gefüttert. Erst die Stoffwechselprodukte der Bodenlebewesen sind wasserlöslich und dadurch für die Kulturpflanzen aufnehmbar.

So ist es erst möglich einen ökologischen Pflanzenschutz ohne Chemie zu praktizieren. Während der Vegetationsperiode muss der Biowinzer das Wachstum der Blätter und Trauben sehr genau beobachten um eventuell auftretende Pilzkrankheiten oder Schädlinge bereits im Frühstadium zu erkennen.

Zur Stärkung der Reben und um einen Krankheitsbefall von Mehltaupilzen vorzubeugen, versprühen wir, je nach Witterungsverlauf, einen Cocktail aus Kräuterbrühen, Schmierseife, Algenextrakten, Gesteinmehl, Schwefel und Backpulver. In besonders feuchtwarmen Sommern ist der Pilzdruck etwas höher und wir haben nicht die wirklich scharfen Waffen in der Hand für einen Kampf gegen die Kräfte der Mutter Natur. Dies zu akzeptieren und mit Respekt uralte Kreisläufe zu achten ist immer wieder Herausforderung und Freude zugleich.
Viele nützliche Insekten und singende Vögel fühlen sich zu Hause in einem belebten Weinberg und halten ein Gleichgewicht der Kräfte mit Schadinsekten die Mutter Natur auch als liebenswert empfiehlt.

Es macht große Freude intensives Leben im Weinberg zu spüren und schmerzt nicht sehr kleine Einbußen zu erleiden wenn man sich als Biowinzer beim abendlichen Gang durch die Reben als Teil des Ganzen empfindet.
Die Ernte der Trauben im Herbst ist der Höhepunkt des Winzerjahres. Meist von Hand schonend und selektiv gelesen ist diese Arbeit über sechs Wochen nur mit einem Dutzend Erntehelfer zu erledigen. Die Weiterverarbeitung der Trauben im Kelterhaus des Isegrim-Hofes ist ohne mechanische Belastung, die Klärung und Vergärung des gewonnenen Traubensaftes neben Bentonit und Biogärhefen ohne Hilfsmittel.

Ebenso minimiert sind die Behandlungsmittel in der Kellerwirtschaft. Nur streng begrenzte Mengen an Schwefel finden Anwendung zum Oxidationsschutz. Durch den Verzicht auf alle Behandlungsmittel, besonders denen aus tierischer Herkunft, passen unsere Weine sehr gut in eine vegane Ernährungs- und Lebensphilosophie.

Biologischer Weinbau ist für uns nun schon  30 Jahre Alltag, doch immer noch keine Routine geworden. Jeder Morgen riecht anders und die ersten Schritte durch die Rebzeilen im Morgentau erzeugen eine Stimmung die an manchen Tagen für wichtige Entscheidungen Impulse gibt. Dies in unseren Weinen schmeckbar zu machen ist das höchste Ziel eines leidenschaftlichen Bio-Winzers. Sie sollten es testen, denn manchmal gelingt es wirklich…versprochen.

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